Am Bach

Im Plätscherklang eines Bachlaufs spricht heitere Beweglichkeit mir zu - gluckernd, rieselnd, tropfend findet ein Jedes seinen Weg - Wasser, das sich nicht scheut die Luft einzufangen, um sie einen Augenblick später aufgehellt wieder frei zu lassen, tränkt und trägt auch die nach Wald duftende Erde ein Stück mit sich und spiegelt blitzend ankommende Sonnen- und Mondstrahlen in Wipfel und Augäpfel.

Das tut es in einer nie nachlaßenden Nachgiebigkeit, die in Äonen ganze Gebirge ins Meer befördert, einfach dadurch, daß neben einem Nein, stets ein anderes Ja zu nehmen ist, in der Unzahl von Wegen einer wandelbaren Welt.

Diese Art von Weichheit, die der veränderlichen Form, überwindet Gestaltetes, denn keine Form hält ewig. Was sie hält ist die Zuversicht, daß es immer einen Weg geben wird, gleich wie es geht.




Zurück Grasnarbe

© 1999-2003 Grasnarbe - Letzte Änderung/Last Edited: 15.11.2003